Es kommt nur auf dich an

„Als wahrhaft religiöser Mensch übernimmst du die Verantwortung für alles, was du bist. Und sofort kommst du zu der Einsicht: ‚Wenn ich selbst für mein Leid verantwortlich bin, dann ist es einfach, ich kann es loslassen. Es ist meine Wahl. Ich werde mich dagegen entscheiden.‘
 
Ein Sufi Mystiker, der immer glücklich war, wurde gefragt … Siebzig Jahre lang hatten die Leute ihn beobachtet, und er war nie unglücklich gewesen. Eines Tages fragten sie ihn: ‚Was ist das Geheimnis deines Glücks?‘ Er sagte: ‚Es gibt kein Geheimnis. Jeden Morgen wenn ich aufwache, meditiere ich für fünf Minuten und ich sage mir: ‚Hör zu, du hast jetzt zwei Möglichkeiten, du kannst unglücklich sein, oder du kannst glücklich sein. Entscheide dich.‘ Und ich habe mich immer dafür entschieden, glücklich zu sein.‘
 
Dir stehen alle Alternativen offen. Entscheide dich für das Glück! Es gibt sogar Menschen, die können im Gefängnis glücklich sein, und es gibt Menschen, die sind selbst dann unglücklich, wenn sie in Marmorpalästen leben. Es kommt nur auf dich an.“
 
Osho, Unio Mystica,  Vol. 2, Talk #10

Glücklich sein heißt einfach natürlich sein

„Wenn du glücklich bist, bist du normal, denn glücklich sein heißt einfach natürlich sein. Wenn du unglücklich bist, bist du etwas Besonderes. Glücklich zu sein ist nichts Besonderes – Bäume sind glücklich, Vögel sind glücklich, Tiere sind glücklich, Kinder sind glücklich. Was ist daran besonders? Es ist das Alltäglichste in der Existenz. Die Existenz ist aus dem Stoff gemacht, der Glück heißt. Du brauchst dich nur umzusehen – kannst du diese Bäume nicht sehen? … so glücklich. Kannst du die Vögel nicht singen hören? … so glücklich. Glück ist nichts Besonderes, Glück ist alltäglich.
 
Unglück macht dich zu etwas Besonderem. Unglück macht dich egoistisch. Ein unglücklicher Mensch hat ein größeres Ego als ein glücklicher. Ein glücklicher Mensch kann nicht wirklich ein Ego haben, denn der Mensch wird dann glücklich, wenn er kein Ego mehr hat. Je kleiner sein Ego, desto größer sein Glück, je größer sein Glück, desto kleiner sein Ego. Im Glück löst du dich auf. Du kannst nicht zusammen mit Glück existieren. Du existierst nur im Unglück. Im Glück löst du dich auf.“
 

Osho, Moving Into the Unknown, #8


Die Weisheit eines Indianers: Die zwei Wölfe

Ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und spricht:
“Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen.
Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.
Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.”

 

Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“
Der alte Indianer schweigt eine Weile.
Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“

Loslassen

Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn: "Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?"

Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf und umklammerte ihn und jammerte: "Was kann ich tun, damit dieser Baum mich losläßt?"

 

Aus dem Zen-Buddhismus


Lass die Angst zu

„Angst hat ihre eigene Schönheit, Feinfühligkeit, ihre eigene Sensibilität. Tatsächlich ist sie ein sehr zartes Lebewesen. Das Wort ist negativ, aber das Gefühl selbst ist positiv. Nur lebendige Prozesse können Angst haben. Etwas Totes hat keine Angst. Angst ist ein Teil von Lebendigkeit, von Zerbrechlichkei, von Feinfühligkeit.

 

Also lass die Angst zu. Zittere, lass dich von ihr bis in deine Grundfesten erschüttern – und genieße das als eine tiefe Erfahrung von Aufgewühltsein. Nimm keine Stellung zu der Angst. Nenne es nicht Angst. In dem Moment, in dem du es Angst nennst, hast du eine Einstellung dazu. Du hast es schon verurteilt. Du hast schon gesagt, dass es falsch ist, dass es nicht da sein sollte. Du bist schon auf der Hut, schon auf der Flucht, am Davonlaufen. In sehr subtiler Weise hast du dich davon getrennt. Also nenn es nicht Angst.

 

Etwas sehr Wesentliches – hör auf, den Dingen einen Namen zu geben. Beobachte, wie es sich anfühlt, wie es ist. Lass es zu, und lass die Bezeichnung weg. Bleib einfach neutral. Neutral zu sein ist ein sehr meditativer Zustand. Besteh darauf neutral zu sein, und lass dich von deinem Verstand nicht beeinflussen. Lass nicht zu, dass dein Verstand Sprache und Worte, Bezeichnungen und Kategorien benutzt, weil damit ein ganzer Prozess in Gang gesetzt wird. Ein Ding ist mit einem anderen verbunden, und so geht es immer weiter.

 

Schau es einfach an – nenne es nicht Angst. Fürchte dich und zittere – das ist schön. Versteck dich in einer Ecke, kriech unter eine Decke und fang an zu zittern. Tu das, was ein Tier tun würde, wenn es sich fürchtet. Was würde ein kleines Kind tun, wenn es sich fürchtet? Es würde weinen. Oder ein einfacher Mensch – was würde der tun? Er würde sich hinknien und vor Angst zu Gott beten.“

 

Osho, Above All, Don’t Wobble, Talk #4


Der Weg ist das Ziel

Ein Schüler geht zu einem Meister. Er sagt, er wolle unbedingt dessen Kampfkünste lernen. Und fragt, wie lange das wohl dauern würde.

 

„Zehn Jahre“, antwortet der Meister.

Der ungeduldige Schüler ist nicht zufrieden mit dieser Antwort. Das muss doch schneller gehen, denkt er. Also betont er, er wolle es wirklich schneller schaffen und sei bereit, jeden Tag mindestens 15 Stunden hart daran zu arbeiten, ach was, Tag und Nacht, wenn’s sein muss, wirklich unbedingt wolle er das. Wie lange es denn in diesem Fall dauern würde?

 

„Zwanzig Jahre“, antwortet der Meister.

„Ich verstehe nicht, Meister“, sagt der enttäuschte Schüler, „warum es dann noch länger dauern soll?“

„Es ist Dein übermäßiges Wollen, das Dir Kraft entzieht. Wenn Du ein Auge auf dem Ziel hast, kannst Du nur noch mit einem Auge auf den Weg schauen.“

 

Aus dem Zen-Buddhismus


Achtsamkeit

Ein buddhistischer Meister wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne.

 

Er sagte: „Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich liebe, dann liebe ich …“

 

Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: „Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?“

 

Er sagte wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich liebe, dann liebe ich …“

 

Wieder sagten die Leute: „Aber das tun wir doch auch!“

 

Er aber sagte zu ihnen: „Nein – wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“


Liebe ist sekundär, Meditation kommt zuerst

 „Ja, ich möchte, dass du dich selbst liebst, denn wenn du dich nicht selbst lieben kannst, kannst du auch niemand anderen lieben. Du weißt nicht was Liebe ist, wenn du dich nicht selbst geliebt hast. Aber bevor du dich selbst lieben kannst, musst du dich selbst kennen. Daher ist Liebe sekundär und Meditation kommt zuerst.

 

Und das Wunder ist, dass du dich langsam aus dem Ego und deiner Persönlichkeit herausbewegst, wenn du meditierst. Und du bemerkst, dass dein wahres Selbst, deine Liebe von allein erscheint. Du musst nichts dafür tun, es ist ein spontanes Aufblühen. Aber es blüht nur in einem bestimmten Klima auf, und dieses Klima nenne ich Meditation. In dem Klima von Stille – ohne Verstand, ohne innere Störung, in absoluter Klarheit, in Frieden und Stille – wirst du plötzlich sehen, wie sich tausende von Blumen in dir öffnen. Und ihr Duft ist Liebe.”

 

Osho, The Invitation, Talk #30


"Als ich mich zu Lieben begann"

Eine Rede von Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,

zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin

und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.

Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid

nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.

Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen

und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.

Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,

und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.

Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,

was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,

auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.

Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,

von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen

und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.

Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,

aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,

so habe ich mich weniger geirrt.

Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben

und mich um meine Zukunft zu sorgen.

Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,

so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

 

Als ich mich zu lieben begann,

da erkannte ich, dass mich mein Denken

armselig und krank machen kann.

Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,

bekam der Verstand einen wichtigen Partner.

Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

 

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,

Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,

denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander

und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !