Was unterscheidet eine ayurvedische Massage von anderen Massagen?

Wer schon eine ayurvedische Massage bekommen hat, weiß: diese Massagen sind etwas ganz besonders! Die Berührungen sind reiner Genuss, und danach fühlt man sich erfrischt, entspannt und vitalisiert. Sogar Tage danach sind die entspannende Wirkung und das veränderte Körpergefühl fühlbar. Aber was macht genau den Unterschied?

 

Wenn wir recherchieren, was Wikipedia zu Massagen sagt, dann folgendes:
„Die Massage (von frz. masser „massieren“, arab. „berühren; betasten“ oder aus griech. „kauen, kneten“) dient zur mechanischen Beeinflussung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur durch Dehnungs-, Zug- und Druckreiz. Die Wirkung der Massage erstreckt sich von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus und schließt auch die Psyche mit ein.“

 

Eine klassische Massage zielt also auf die Anatomie und auf eine mechanische Beeinflussung von Haut und Muskeln ab. Damit wird der Informationsaustausch zwischen Synapsen und zentralem Nervensystem stimuliert. Die Durchblutung wird angeregt, Muskeln werden gelockert.

 

Die ayurvedische Massage geht einen großen Schritt weiter.

 

Je nach dem, wo der/die KlientIn sich gerade gesundheitlich und geistig befindet, welche seine individuelle Konstitution ist, welches Dosha erhöht ist, wird anders massiert: entweder beruhigend oder anregend (zu den Doshas/ der individuellen Konstitution schreibe ich demnächst mehr). Die Auswahl des Öls spielt ebenfalls eine große Rolle: die im Öl enthaltenen Heilkräuter- und Gewürzextrakte gleichen mögliche Disbalancen aus. Außerdem unterstützen sie die Ausscheidung von Toxinen, deswegen kann man sagen, dass eine ayurvedische Massage eine Detox-Wirkung hat. Und das ist auch sogar gewollt, denn im ayurvedischen System spielt das Abbauen und Ausscheiden von Toxinen und Giftstoffen eine große Rolle: als Gesundheitsprophylaxe aber auch zur Behandlung von vielerlei Beschwerden. Nicht umsonst zielt eine Panchakarma-Kur auf die Reinigung unseres Körpers durch verschiedenen Verfahren ab, dabei spielen Massagen eine entscheidende Rolle!

 

Im Ayurveda wird empfohlen, nach unserer individuellen Konstitution (unserem Dosha) zu leben, um gesund zu bleiben. Aber erstmal müssen wir diese Konstitution überhaupt kennen... und auch wenn man sie kennt, ist es nicht so einfach, in unserer hektischen Zeit den Empfehlungen zu folgen und danach zu leben... Meistens fehlt uns die Zeit, das zu tun wovon wir wissen, dass es uns gut tut: Sport, Yoga, Meditation, gesunde Ernährung etc... dementsprechend kann eine leichte "Dosha-Störung" entstehen, das heißt ein Ungleichgewicht in unserem individuellen Körper-Geist-System.

 

Eine Ayurveda-Massage kann hier eine Auszeit für Entspannung und Regeneration schaffen. Meine Muskeln werden massiert und ausgestrichen, die Heilkräuter in den Ölen von meiner Haut aufgenommen. Das gesamte Gewebe wird genährt, meine Gelenke geschmiert.


Die fast meditative Stille während der Massage bringt mich richtig "runter", ich kann mich wieder spüren - etwas, das im Alltag manchmal völlig verloren geht. Und durch diese erhöhte Sensibilisierung für mich treffe ich wieder intuitiv die richtigen Entscheidungen für mein Wohlbefinden. Das einfühlsame Vorgespräch mit der Masseurin kann dies noch unterstützen, denn durch gezielte Fragen zu meinem aktuellen Zustand können schlechte Gewohnheiten erkannt werden und durch die entsprechenden Tipps neue - in meinem Tempo umsetzbaren - Anpassungen in meinem Leben eingeführt werden, die meine Energie und mein Wohlbefinden steigern. Und das ist ganz im Sinne von Ayurveda!

 

Alles in Allem ist also eine ayurvedische Massage eine ganz individuelle Komposition: das spezielle Öl, die Intensität des Drucks, die Berücksichtigung durch die Masseurin von dem jetzigen Zustand und der aktuellen Bedürfnissen, und last but not least die Hingabe und Empathie der Masseurin: dies führt zu maximaler Entspannung und tiefer Wirkung.

 

Und noch eine Besonderheit der ayurvedischen Massagen: bei jeder Massage vertieft sich die Wirkung, sodass bei Erschöpfungszuständen, Burn Out, geistiger Anstrengung, Nervosität, Schlafstörungen oder auch körperlichen Beschwerden regelmäßige Behandlungen helfen können.

 

Aber auch wenn Sie "nur" Entspannung suchen, ein wenig mehr Ruhe im Kopf, eine schöne Verwöhnzeit, mehr in Ihrem Körper "ankommen" oder mehr Energie (Prana) fühlen... eine ayurvedische Massage wird Ihnen genau das schenken, was Sie brauchen!

 


Was ist Ayurveda?

Die Begegnung mit Ayurveda ist der Anfang einer spannenden Entdeckungsreise...

Vor ca. 5000 Jahren wurde in Indien ein aus noch älteren Zeiten von Weisen, genannt Rishis, entdecktes Wissen niedergeschrieben und hat bis heute seine Gültigkeit nicht verloren.

 

"Das Wissen vom Leben", das älteste Heilsystem der Welt, weiß um die Einzigartigkeit jedes Menschen und seine ganz eigenen Bedürfnisse - in der Ernährung wie im Lebensstil.

 

Und das macht Ayurveda so wertvoll für uns, denn in unserer heutigen Zeit stiften gegensätzliche Gesundheits- und Ernährungsempfehlungen bei vielen Menschen auf der Suche nach einer im Alltag praktikablen, gesunden Lebensweise große Verwirrung.

 

Verboten unter der britischen Kolonialherrschaft, wurde dieses Wissen trotzdem heimlich weitergegeben und die Inder vertrauen dem seit eh und je. In den 80er Jahre hielt Ayurveda in Europa Einzug und seitdem gehen immer mehr westliche Menschen diesen "Weg", sei es um Wohlbefinden und Vitalität zu steigern oder zur Behandlung von Krankheiten.

 

Was sind die Grundsätze von Ayurveda?

  • Jeder Mensch ist einzigartig in seiner Konstitution (Dosha) und seinen Bedürfnissen.
  • Der Mensch ist ein im Makrokosmos lebendes Mikrokosmos, den unterschiedlichen natürlichen Zyklen unterworfen: Tageszeit, Jahreszeiten, Alter.
  • Die Berücksichtigung dieser Rhythmen führt zur Harmonie der inneren und äußeren Kräften.
  • Unsere Nahrung ist unsere Medizin.
  • Verbesserung unsere Verdauungskraft ("Agni") um optimalen Nutzen aus der Nahrung zu gewinnen und die Ansammlung von Toxinen ("Ama") zu vermeiden.
  • Regelmäßige Detox-Zeiten um Ama zu reduzieren und somit unsere Vitalität zu steigern und Krankheiten vorzubeugen.
  • Erhöhung unserer Lebensenergie (Prana) und Erhaltung bis ins hohe Alter unserer Gesundheit und Lebenskraft durch auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Ernährung und Lebensweise.

„Alle Aktivitäten der Wesen dienen dazu, Glück zu erlangen. Aufgrund des Unterschieds zwischen Erkennen und Nichterkennen aber gliedern sich die Aktivitäten in Wege und Abwege.“

Dieser letzte, aber wesentliche Punkt können wir aus der Charaka Samhita, dem wichtigsten Klassiker der Ayurvedamedizin, als die ayurvedische Glücksformel betrachten:

Unterscheidungsfähigkeit und Erkenntnis führen zur Weisheit und mehr Achtsamkeit im Umgang mit uns und mit der Natur. Dies lässt uns Gesundheit, Ausgeglichenheit und Glück erfahren!

 

Die Berührung mit Ayurveda ist der Beginn einer liebevollen Reise zu Dir selbst. Du lernst dich besser kennen und wertschätzen, spürst immer feiner was dein Körper braucht und was ihm gut tut. Du gehst liebevoller mit Dir um und respektierst deine Grenzen. Dabei spielen Sinnesfreude, Genuss und Freude am eigenen Körper eine wesentliche Rolle!


Was sind Marma-Punkte?

Bedeutung und Wirkung dieser faszinierenden Energiepunkte

Die sogenannten Marma-Punkte befinden sich an den Schnittstellen zwischen Muskeln, Sehnen, Arterien, Knochen, Gelenke und Venen. Es gibt klassisch 107 Marmapunkte, wobei manche Lehren von über 8000 Punkte sprechen.

 

Die Marma-Akupunktur kommt aus Kerala in Indien und ist ein Bestandteil der ayurvedischen Medizin. Sie wurde als Heilsystem gegen Krankheiten eingesetzt aber war auch mit der Kampfkunst „Kalari“ verbunden, um die Gegner im Kampf zu verletzen. Denn bei Verletzung dieser Punkte können vielfältigen, chronischen Beschwerden und eine dauerhafte Störung des Selbstheilungsprozesses entstehen.

 

Wie in der traditionellen chinesischen Medizin spielen im ayurvedischen System die Meridiane oder Energie-Leitbahnen eine wesentliche Rolle, sie heißen im Ayurveda Nadis. Entlang dieser Nadis befinden sich die Marmapunkte. Marmas sind spezielle Vitalpunkte und beeinflussen konkrete anatomische Strukturen (Bänder, Sehnen, Knochen, Gelenke, Gefäße, Nerven) und physiologische Prozesse (Atem, Stoffwechsel, vegetatives und zentrales Nervensystem, Organvitalität). Über Marmas werden sowohl Doshas (Bioenergien wie Vata, Pitta, Kapha), Srotas (Körperkanäle), Dhatus (Körpergewebe) als auch alle Stoffwechselvorgänge (Agnis) beeinflusst.

 

Bei einer ayurvedischen Massage werden "automatisch" die Punkte berührt, aber es gibt auch spezielle Massagetechniken, wo der Hauptfokus auf die Behandlung der Marmas liegt.

 

Marmapunkte sind auch Verbindungsstellen zwischen Körper und Bewusstsein. Die Massage dieser Punkte hat deswegen nicht nur einen positiven Einfluss auf alle körperlichen Vorgänge, sondern auch auf unser Energiesystem. Körperliche und emotionale Blockaden werden aufgelöst und die Energien können wieder fließen.

 

Es ist also auch kein Zufall, dass die wichtigsten Marma-Punkte - "Mahamarma" - genau mit den 7 Hauptchakren korrelieren:

  • Adipathi liegt am Scheitelpunkt des Kopfes und entspricht dem 7. Chakra. Dieser Punkt beruhigt, sorgt für einen klaren Verstand, unterstützt die Funktion der Epiphyse und der Zirbeldrüse (reguliert Melatonin- und Serotonin-Haushalt --> Schlaf-Wach-Rhythmus). Außerdem verleiht er Klarheit und Kreativität.
  • Sthapani: Er liegt zwischen den Augenbrauen und entspricht dem 6. Chakra oder dritten Auge. Er steuert die Geisteskraft und die Nerven, verleiht mentale Stabilität und klares Denken. Er beeinflusst unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Nila/ Manya befinden sich am Hals und entsprechen dem 5. Chakra. Diese Punkte steuern den Blutkreislauf, vor allem vom Herzen zum Kopf. Sie unterstützen die Schilddrüse und haben einen Einfluss auf Sprache und Geschmacksnerven.
  • Hridaya ist das Haupt-Pitta-Marma und entspricht dem Herz-Chakra. Er liegt zwischen den Brüsten und kontrolliert Blut- und Lymph-System, bringt Entspannung und unterstützt eine tiefere Atmung. Bewußtsein und Mitgefühl werden gefördert.
  • Nabhi befindet sich um den Nabel herum und verbindet unseren physischen und unseren feinstofflichen Körper. Er ist der Verbindungspunkt aller Arterien und Venen und vielen Nerven. Er entspricht dem 3. Chakra und kontrolliert das Pitta-Dosha.
  • Basti liegt im Unterbauch zwischen Schambein und Nabel und entspricht dem 2. Chakra. Dieser Punkt ist Haupt-Marma der Blase und der Hypophyse. Er kontrolliert die Doshas Vata und Kapha.
  • Guda: Dieser Marmapunkt liegt am Damm. Über diesen Punkt wird das Wurzelchakra, das Ausscheidungs- und das Menstruationssystem stimuliert.

Außerdem sind z.B. Tala Hridaya wichtige Punkte in der Mitte von Händen und Füßen. Diese Punkte reduzieren Stress, stärken Herz- und Lungenfunktion und stimulieren den Solarplexus.

 

Eine Marma-Massage harmonisiert den ganzen Körper und bringt tiefe Entspannung, fördert die Gesundheit und hilft, Krankheiten vorzubeugen. Die Bearbeitung bestimmter einzelner Punkte kann aber auch gezielt Beschwerde lindern.

 

Bei meinen Massagen "bearbeite" ich die wichtigsten Marmapunkte (außer Guda :-)), sowie Punkte gegen Stress. Je nach individuellen Konstitution und Befindlichkeit des Klienten massiere ich zusätzlich entsprechende, harmonisierende Punkte. Zahlreiche postive Rückmeldungen haben mir bestätigt, wie wohltuend und tief heilsam die Bearbeitung dieser Punkte empfunden wird: "Ich kann freier und tiefer atmen", "wie eine Energiedusche im ganzen Körper", "etwas Blockiertes hat sich gelöst", "ich spüre die Energie fließen", "klarer Kopf und weniger Druck", "tiefe Entspannung und Ruhe", "mehr Klarheit und Frische" etc... Dies sind sofortige Effekte, aber wie bei jeder ayurvedischen Massage wirkt die Stimulation der Marmas nach und unterstützt uns, Stress abzubauen und vital und gesund zu bleiben.


"Berührung, die meistvergessene Sprache"

Ein wunderschöner Text von Osho zur Essenz der Massagen

Massage ist etwas, das du wohl anfangen kannst, aber du wirst nie damit fertig sein. Es führt immer weiter und die Erfahrung geht ständig tiefer und tiefer, höher und höher. Massage ist eine der feinfühligsten Künste überhaupt. Es ist nicht nur eine Frage des Expertentums, es ist viel mehr eine Sache der Liebe. Lerne zuerst die Technik. Lernt die Technik und dann vergesst sie.

 

Dann fühlt einfach und bewegt euch aus dem Gefühl heraus. Wenn ihr tief in das Lernen einsteigt, werden 90 % der Arbeit durch die Liebe bewirkt, 10 % durch die Technik.

 

Schon durch die Berührung alleine, eine liebevolle Berührung, entspannt sich etwas im Körper. Wenn du liebevoll bist und für den anderen Menschen Mitgefühl empfindest und wenn du ihre innersten Werte fühlst, wenn du sie nicht so behandelst, als wären sie ein Mechanismus, den man reparieren muss, sondern eine äußerst wertvolle Energie; wenn du dankbar bist, dass sie dir vertrauen und es zulassen, dass du mit ihrer Energie spielst, dann wird es dir allmählich so vorkommen, als würdest du ein Instrument spielen. Der ganze Körper wird zum Instrument und du kannst fühlen, wie sich im Innern des Körpers Harmonie bildet.

 

Das wird nicht nur für den Anderen heilend sein, sondern auch für dich. Massage ist notwendig in der heutigen Welt, weil die Liebe nicht mehr vorhanden ist. Früher war allein die Berührung Liebender genug. Eine Mutter berührte ihr Kind, spielte mit seinem Körper und es war Massage. Der Ehemann spielte mit dem Körper seiner Frau und es war Massage; es war genug, mehr als genug, es war tiefe Entspannung und Teil der Liebe. Aber das ist heute auf der Welt verloren gegangen. Wir kennen nur noch Hektik und Stress. Allmählich haben wir vergessen, wo zu berühren, wie zu berühren und wie tief zu berühren. Und wirklich, Berührung ist eine der meistvergessenen Sprachen.

 

(...) Sei also andächtig. Berührst du den Körper eines Menschen, dann sei andächtig – so als wäre die Göttin selbst anwesend und du würdest ihr einfach dienen. Fließt mit der totalen Energie. Wenn immer du siehst, dass der Körper fließt und die Energie eine neue Harmonie schafft, wirst du ein Glücksgefühl erleben, wie nie zuvor. Du wirst in tiefe Meditation fallen. Wenn du massierst, tu nichts anderes als massieren.

 

Denke nicht an andere Dinge, denn sie sind Ablenkungen. Sei in deinen Fingern in deinen Händen als wäre dein ganzes Wesen, deine ganze Seele, anwesend. Lass es nicht nur eine körperliche Berührung sein. Dein ganzes Wesen fließt in den Körper des anderen, durchdringt ihn und entspannt die tiefsten Schichten. Und mach ein Spiel daraus. Tu es nicht wie Arbeit, mach ein Spiel daraus und habe Spaß daran. Lache und lass auch den Anderen lachen.

 

(Osho)